Imre Kertész wurde 1929 in Budapest geboren. Im Alter von fünfzehn Jahren wurde er 1944 ins Konzentrationslager Auschwitz und von dort nach Buchenwald deportiert. Nach der Befreiung kehrte er 1945 nach Budapest zurück. Er machte sein Abitur und fand 1949 eine Anstellung als Journalist bei der Zeitung Világosság [dt.: Licht], die er jedoch 1951, als die Zeitschrift zum Parteiorgan der Kommunisten wurde, aufgeben musste. Kertész war für einige Zeit Fabrikarbeiter und anschließend Mitarbeiter der Presseabteilung des Ministeriums für Hütten- und Schwerindustrie. Ab 1953 begann er als freier Schriftsteller zu arbeiten, was aufgrund der politischen Situation kein einfaches Unterfangen war. Neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit arbeitete Kertész auch als Übersetzer (Friedrich Nietzsche, Hugo von Hofmannsthal, Arthur Schnitzler, Sigmund Freud, Ludwig Wittgenstein, Elias Canetti u.a.). 

1960 nahm er die über ein Jahrzehnt währende Arbeit an seinem Buch Sorstalanság auf, das heute zu den wichtigsten Werken über den Holocaust zählt. Der Roman erschien, nachdem er zunächst abgelehnt worden war, 1975 in Ungarn und 1990 in Deutschland unter dem Titel „Mensch ohne Schicksal“ (übersetzt von Jörg Buschmann) im Ostberliner Verlag Rütten und Loening. 1996 brachte der Rowohlt-Verlag ihn in einer Neuübersetzung von Christine Viragh unter dem Titel „Roman eines Schicksallosen“ heraus. Es folgten weitere Romane – bspw. A kudarc („Fiasko“, übersetzt von György Buda) und Kaddis a meg nem született gyermekért („Kaddisch für ein nichtgeborenes Kind“, übersetzt von György Buda und Kristin Schwamm), die mit dem „Roman eines Schicksallosen“ gewissermaßen eine Trilogie bilden – sowie zahlreiche Essays und Erzählungen. 

Kertész lebt und arbeitet seit 2000 in Berlin. 

Preise, Auszeichnungen unter anderem:

1983 Füst-Milán-Preis, 1983/1985/1986 Anerkennungspreis des Verlages Európa Kiadó, 1986 Forintos-Preis, 1988 Literaturpreis Artisjus, 1989 Attila-József-Preis und Tibor-Déry-Preis, 1990 Prämierung „Buch des Jahres“ und Örley-Preis, 1992 Soros-Preis für das Lebenswerk, 1995 Brandenburgischer Literaturpreis, 1996 Márai-Preis, 1997 Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung, Großer Preis von Budapest, Kossuth-Preis, Friedrich-Gundolf-Preis und Jeannette-Schocken-Preis, 2000 „Die Welt“-Literaturpreis und Herder-Preis, 2001 Orden "Pour le Merite", 2002 Nobelpreis für Literatur, Hans Sahl-Preis und YIVO-Preis, 2003 Nationaler Verdienstorden der Republik Ungarn, 2004 Corine-Preis, 2004 Goethe-Medaille und Großes Bundesverdienstkreuz mit Stern, 2005 Ehrendoktor der Freien Universität Berlin, 2006 Ernst-Reuter-Plakette, Wingate Literary Prize und Preis für Verdienste um die deutsche und europäische Verständigung, 2007 Marion-Samuel-Preis, 2007 Verleihung des Titels "Kulturgesandter Ungarns", 2008 „Preis für Verständigung und Toleranz“, 2009 Jean-Améry-Preis

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