Péter Esterházy wurde am 14. April 1950 in Budapest als Sohn einer alten ungarischen Adelsfamilie geboren, die von den Kommunisten 1951 enteignet und in eine abgelegene Gegend im Norden Ungarns zwangsumgesiedelt wurde. Mit sieben Jahren kehrte er nach Budapest zurück und besuchte dort das Piaristengymnasium. Nach dem Abitur studierte er von 1969 bis 1974 Mathematik an der Naturwissenschaftlichen Fakultät der ELTE Budapest und war anschließend vier Jahre lang als EDV-Fachmann am Institut für Rechentechnik des Ministeriums für Hütten- und Maschinenbauindustrie angestellt. Seit 1978 ist er freiberuflicher Schriftsteller.  

Esterházys erste Veröffentlichung war der 1976 publizierte Roman Fancsikó és Pinta: írások egy darab madzagra fűzve (auf Deutsch erst 2002 in der Übersetzung von Zsuzsanna Gahse unter dem Titel „Fancsikó und Pinta. Geschichten auf ein Stück Schnur gefädelt“ erschienen). Schon das Erstlingswerk des Sechsundzwanzigjährigen lässt eine deutliche Gegenposition zum damals vorherrschenden sozialistischen Realismus erkennen. Großes Rätselraten löste 1987 ein unter dem Namen Lili Csokonai veröffentlichtes Buch fiktiver Bekenntnisse (Tizenhét hattyúk, dt.: Siebzehn Schwäne) aus, von dem erst später bekannt wurde, dass es aus Esterházys Feder stammt. Als Esterházys Opus magnum wird das im Jahr 2000 herausgebrachte Werk Harmonia caelestis (deutsch 2001 von Terézia Mora) angesehen. Diese außergewöhnliche Familienchronik, die gleichzeitig ungarisch-europäisches Geschichtspanorama und poetisches Vexierspiel ist, wurde zwei Jahre später noch einmal mit einer "Verbesserten Ausgabe" ergänzt, in der Esterházy die erst nachträglich bekannt gewordene Tätigkeit seines Vaters für den ungarischen Staatssicherheitsdienst verarbeitet.  

Esterházy gilt als einer der herausragendsten Vertreter der ungarischen Postmoderne. Seine Bücher sind in nahezu alle Weltsprachen übersetzt. Er ist Mitglied der Széchenyi-Akademie für Literatur und Künste, der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, der Académie Européenne des Sciences, des Arts et des Lettres und der Akademie der Künste. 2006 hatte er die 20. Tübinger Poetik-Dozentur inne.  

Esterhazy ist verheiratet, hat zwei Söhne und zwei Töchter und lebt in Budapest. 

Preise, Auszeichnungen unter anderem:  

1977 Preis der Stiftung Művészeti Alap für das beste Erstlingswerk, 1980 Preis des niederländischen Mikes Kelemen Kör und Stipendiat des DAAD in Berlin/West, 1981 Aszú-Preis (Mozgó Világ), 1983 Milán-Füst-Preis, 1984 Tibor-Déry-Preis, 1986 Attila-József-Preis, 1986 Örley-Preis, 1988 (und 1998) Vilenica-Preis (Slovenien), 1990 Gyula-Krúdy-Preis und Buch des Jahres, 1992 Soros-Preis für das Lebenswerk, 1992 (und 1994 sowie 2003) Orden der Künste und der Literatur (Frankreich), 1993 Preis des Literaturfestivals Rom, 1994 Preis der Freien Presse, 1995 Preis der Stiftung Magyar Művészetért, Künstlerpreis der Soros-Stiftung und Björnson-Preis (Norwegen), 1996 Kossuth-Preis ud Ernő-Szép-Preis und Fellow am Wissenschaftskolleg Berlin, 1999 Österreichischer Staatspreis für Europäische Literatur, 2001 Ungarischer Literaturpreis und Sándor-Márai-Preis und Gundel-Kunstpreis, 2002 Herder-Preis, 2004 Friedenspreis des Deutschen Buchhandels, Pro-Europa-Preis und Grinzane-Cavour-Preis, 2006 Prima-Primissima-Preis und Premio Letterario Internazionale Pablo Neruda, 2007 Nationaler Verdienstorden der Republik Ungarn, 2007 Grinzane-Beppe-Fenoglio-Preis, 2008 Verleihung des Titels „Kulturgesandter Ungarns“ und Angelus-Preis (Wroclaw), 2009 Preis „20 Jahre Republik Ungarn“, 2009 Manès-Sperber-Preis (Österreich)

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