László Krasznahorkai wurde 1954 in Gyula, im Südosten Ungarns, geboren. In den Jahren 1969 bis 1971 war er Pianist der Beatgruppe Flamingó. Von 1973 bis 1978 studierte Krasznahorkai Jura an der Universität Szeged und an der ELTE Budapest, darauf folgte ein Master in Hungarologie, ebenfalls in Budapest. Ab 1977 arbeitete er als Dokumentar beim ungarischen Verlag Gondolat [dt.: Gedanke], im selben Jahr wurde auch seine erste Kurzgeschichte in der Literaturzeitschrift Mozgó Világ [dt.: Bewegte Welt] veröffentlicht. 

Seit 1983 ist Krasznahorkai als freischaffender Schriftsteller tätig. 1987 verbrachte er als Gast des Künstlerprogramms des DAAD ein Jahr in Westberlin. Im Jahr darauf erschien in der Übersetzung von Hans Skirecki und Juliane Brandt das erste seiner Werke (Kegyelmi viszonyok) in deutscher Sprache unter dem Titel „Gnadenverhältnisse“. 

Ab 1990 unternahm Krasznahorkai ausgedehnte Reisen, neben Europa bereiste er unter anderem die Mongolei, China, die USA und Japan, die unterwegs gemachten Erfahrungen flossen in seine Texte ein. Wiederholt ließ er sich auch für längere Zeiträume im Ausland nieder. Zuletzt hatte er im Sommersemester 2008 die Samuel-Fischer-Gastprofessur an der Freien Universität Berlin inne. 

Krasznahorkais Romane wurden in viele Sprachen (u.a. Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch, Tschechisch, Polnisch und Japanisch) übersetzt und mit internationalen Preisen ausgezeichnet. Zahlreiche seiner Werke wurden von Béla Tarr verfilmt, wobei Krasznahorkai selbst die Drehbücher schrieb. Aufsehen erregte die 1994 gedrehte siebenstündige Kinofassung des Romans Sátántangó/„Satanstango“. 
 

Preise, Auszeichnungen unter anderem:

1983 Zsigmond-Móricz-Stipendium, 1986 Preis der Stiftung Művészeti Alap für das beste Erstlingswerk und Anerkennungspreis des Magvető-Verlags, 1987 Attila-József-Preis, 1987 Preis des niederländischen Mikes Kelemen Kör, 1987 DAAD-Stipendium Berlin/West, 1992 Tibor-Déry-Preis, 1993 Preis der Soros-Stiftung und Gyula-Krúdy-Preis, 1993 Preis der SWR-Bestenliste, 1996 Stipendium des Wissenschaftskolleg Berlin, 1998 Sándor-Márai-Preis, 2000 Stipendium der Japan Foundation, 2002 Lorbeerkranz der Republik Ungarn, 2004 Kossuth-Preis, 2005 Stipendium der Japan Foundation, 2008 Preis „Ungarisches Nationalerbe“, 2009 Preis des Ungarischen Schriftstellerverbandes und Mitglied der Ungarischen Akademie der Wissenschaften, 2010 Brücke-Berlin-Preis (gemeinsam mit der Übersetzerin Heike Flemming) und Spycher: Literaturpreis Leuk für das Gesamtwerk

Mehr erfahren auf hunlit.hu>>