Der ungarische Schriftsteller und Fotograf Attila Bartis wurde 1968 im rumänischen Târgu Mureş/Marosvásárhely (Siebenbürgen) geboren. Sein Vater, ein Schriftsteller und Journalist, war als Angehöriger der ungarischen Minderheit und aufgrund seines kritischen Auftretens wiederholt Repressalien seitens der rumänischen Behörden ausgesetzt, die ihm schließlich die rumänische Staatsbürgerschaft aberkannten und ihn zur Ausreise nötigten. 1984 siedelte die Familie nach Ungarn über.

In Budapest absolvierte Attila Bartis eine Journalistenausbildung und erlernte das Fotografenhandwerk, in dem er sich bis heute betätigt. Seine Bilder wurden in mehreren Ausstellungen gezeigt. Als Schriftsteller trat Bartis 1995 im Alter von siebenundzwanzig Jahren in Erscheinung, und zwar mit dem Roman A séta, der 1999 in der Übersetzung von Hans Skirecki als Der Spaziergang bei Suhrkamp erschien. Großen Erfolg hatte er 2001 mit seinem zweiten Roman A nyugalom, der als Die Ruhe (aus dem Ungarischen von Agnes Relle) im Jahr 2005 von Suhrkamp herausgebracht wurde. Basierend auf diesem Roman schrieb Bartis später das Theaterstück Anyám Kleopátra [dt.: Meine Mutter, Kleopatra], das 2003 von Dezső Garas am Ungarischen Nationaltheater uraufgeführt wurde. 2007 wurde der Roman von Róbert Alföldi verfilmt, das Drehbuch schrieb László Garaczi. Darüber hinaus veröffentlichte Bartis zahlreiche Erzählungen, Novellen, literarische Aufsätze und Reiseberichte.

Bartis weilte 2002 als Stipendiat des Künstlerprogramms des DAAD in Berlin, derzeit lebt er in Budapest.

Preise, Auszeichnungen unter anderem:

1995 Zsigmond-Móricz-Stipendium, 1996 Soros-Stipendium, 1997 Tibor-Déry-Preis, 1998/1999/200 József-Pécsi-Stipendium für Fotografie, 2002 István-Örkény-Stipendium für Theaterautoren, Sándor-Márai-Preis und DAAD-Stipendium, 2006 Stipendium des Literarisches Colloquium Berlin und Verdienstorden der Republik Ungarn, 2007 Gast des ilb (internationales literaturfestival berlin)

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