Lajos Parti Nagy wurde 1953 in Szekszard (Ungarn) geboren. Er wuchs in Tolna, Kaposvár und Székesfehérvár auf, wo er 1972 das Abitur machte. Zwar studierte er Ungarische Geschichte und Literatur an der Pädagogischen Hochschule in Pécs, war nach seinem Abschluss 1977 aber nie als Lehrer tätig. Bis 1979 arbeitete er in Pécs als Bibliothekar und war danach bis 1986 Redakteur der Literaturzeitschrift Jelenkor [dt.: Gegenwart].

Seit 1986 ist er freischaffender Schriftsteller. Schon in seinen ersten Veröffentlichungen, den Gedichtbänden Angyalstop [1982, dt.: Engelsstop], Csuklógyakorlat [1986, dt.: Fingerübungen] und Szódalovaglás [1990, dt.: Sodaritt] zeichnet sich der für Parti Nagy charakteristische, sehr eigenwillige und obsessive Umgang mit der ungarischen Sprache ab, der sich auch in seiner Prosa, seinen Hörspielen und Theaterstücken und nicht zuletzt seinen zahlreichen Theaterübersetzungen bzw. bearbeitungen (u.a. Werner Schwab, Thomas Bernhard und Molière) niederschlägt. Parti Nagy gilt als einer der phantasievollsten Gestalter der modernen ungarischen Literatursprache.

In deutscher Übersetzung erschien von Parti Nagy 1999 zunächst der Gedichtband Europink (Jelenkor-Verlag). Von 2001 bis 2002 lebte er als Stipendiat des DAAD in Berlin. Im Jahr 2005 erschien im Luchterhand Literaturverlag sein erster Roman – die satirische Parabel Hősöm tere – in der deutschen Übersetzung von Terézia Mora unter dem Titel Meines Helden Platz.

Parti Nagy ist verheiratet und hat drei Kinder, er lebt in Budapest.

Preise, Auszeichnungen unter anderem:

1983 Bölöni-Preis, 1987 Zsigmond-Móricz-Stipendium, 1988 Soros-Stipendium, 1990 Tibor-Déry-Preis, 1991 Graves-Preis, Stipendium für Theaterautoren, Preis der Zeitschrift Magyar Napló und Preis „Neues Ungarisches Hörspiel“, 1992 Attila-József-Preis und Károly-Puskás-Preis für das beste Hörspiel des Jahres, 1993 Soros-Stipendium, Preis der Theaterkritiker und Ernő-Szép-Preis, 1994 Preis „Buch des Jahres“, Artisjus-Preis und Stipendium des Kulturfonds Wiepensdorf, 1995 Soros-Preis, 1996 Preis der Theaterkritiker, Lorbeerkranz der Ungarischen Republik und Preis des Kelemen-Mikes-Kreises, 1997 Alföld-Preis, 1998 Preis „Neues Ungarisches Hörspiel“, 2001 DAAD-Stipendium, 2003 Preis „Für Budapest“, 2004 Ungarischer Literaturpreis und Júlia-Szinnyei-Gedenkpreis, 2005 Verdienstorden der Republik Ungarn, 2007 Kossuth-Preis, Ernő-Szép-Preis und Prima-Preis, 2010 X.POSZT-Preis für den besten dramatischen Text

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