Der Schriftsteller und Soziologe Pál Závada (Jahrgang 1954) kam in dem im Südwesten Ungarns gelegenen Örtchen Tótkomlós zur Welt. Nach dem Abitur studierte er von 1974 bis 1978 an der Wirtschaftswissenschaftlichen Universität in Pécs, an der er von 1978 bis 1982 als Mitarbeiter und Assistent tätig war. Daneben absolvierte er von 1980 bis 1982 ein Soziologiestudium an der Lóránd-Eötvös-Universität Budapest. Von 1982 bis 1993 arbeitete Závada als Wissenschaftler am Soziologischen Institut der Ungarischen Akademie der Wissenschaften (MTA). Seit 1990 ist er Redakteur der monatlich erscheinenden Literaturzeitschrift Holmi [dt.: Ding].

1986 erschien Závadas erstes Buch, eine Soziografie seines Heimatdorfes Tótkomlós in der Zeit von 1945 bis 1956. Danach veröffentlichte er 1996 einen Band mit Erzählungen. Viel Beachtung fand 1997 sein erster Roman Jadviga párnája, der in Ungarn ein Bestseller war, mit zwei der renommiertesten Literaturpreise Ungarns ausgezeichnet und verfilmt wurde (2000, Regie: Krisztina Deák). Jadviga párnája wurde unter anderem auch ins Deutsche übersetzt und erschien als Das Kissen der Jadwiga 2006 im Luchterhand Literaturverlag. Die deutsche Übersetzung besorgte Ernő Zeltner. 2010 veröffentlichte der Verlag auch seinen Roman Das Vermächtnis des Fotografen (2004). 

Seitdem sind von Závada in Ungarn weitere Romane erschienen, er hat auch Theaterstücke und Drehbücher geschrieben. Der Autor lebt in Budapest.

Preise, Auszeichnungen unter anderem:

1989 Zsigmond-Móricz-Stipendium, 1992 Preis der Ungarischen Stiftung Bildender Künste, 1995 Magyar-Rádió-Preis, 1997 Soros-Stipendium und Júlia-Szinnyei-Gedenkpreis, 1998 Attila-József-Preis, Buch des Jahres und Tibor-Déry-Preis, 1999 Gyula-Krúdy-Preis, 2000 Sándor-Márai-Preis und Ehrenbürgerschaft von Tótkomlós, 2004 Prima-Primissima-Preis, 2005 Kossuth-Preis und Palládium-Preis, 2008 Ágnes-Nemes-Nagy-Essaypreis, 2009 Artisjus-Preis, 2010 Antirassismuspreis „Miklós Radnóti“

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