UNGARN | Leipziger Buchmesse 2012, 14-18. März 2012

 Europas größtes Lesefest „Leipzig liest“ mit über 2.000 Veranstaltungen und über 1.500 Mitwirkenden sowie das wichtigste Frühjahresbranchentreff erwartet Sie 14-18. März 2012 in Leipzig. Ungarn wird nach wie vor als „literarische Weltmacht“ (ARTE) von den Medien gefeiert – auch dieses Jahr stellt das .CHB mit seinen Partnern die wichtigsten Neuerscheinungen aus Ungarn vor: z.B. den Roman „Die Schrift in Flammen“ des ungarischen Aristokraten, Außenminister, Karikaturisten und Romancier Miklós Bánffy (1873-1950). Der vor dem Zweiten Weltkrieg in Ungarn publizierte und kürzlich wiederentdeckte Roman wird vom langjährigen NZZ-Redakteur und Übersetzer Andreas Oplatka präsentiert. Am Ungarischen Stand zeigen eine einzigartige Schreib-Performance von Péter Esterházy zu Ehren von Géza Ottlik, eine Audio-Installation zum 100. Geburtstag von István Örkény und ein vor laufender Kamera geführtes Gespräch von János Can Togay mit dem Nobelpreisträger Imre Kertész. Wir feiern den zweisprachigen Lyrikband von Endre Ady (1877-1919) „Gib mir deine Augen“ - SWR-Bestenliste im Februar 2012 -, den von der Literaturkritik weltweit gefeierten Jahrhundertroman „Parallelgeschichten“ von Péter Nádas - Nominierung für den Preis der Leipziger Buchmesse 2012 für die Übersetzerin Christina Viragh. Wir gratulieren dem Schriftsteller und Übersetzer Ákos Doma zum Adelbert-von-Chamisso-Förderpreis 2012! Die jüngere Generation ist mit Zsófia Bán, György Dragomán, András Gerevich, Edina Szvoren und Attila Végh vertreten.

PROGRAMM

Installationen zu Endre Ady, Miklós Bánffy, Péter Esterházy, Imre Kertész, Géza Ottlik und István Örkény

täglich 10:00-18:00 | Ungarischer Stand, Halle 4

Wir präsentieren jedes Jahr die wichtigsten Neuerscheinungen in einer Buchausstellung. Wir zeigen eine multimediale Installation inspiriert von Miklós Bánffy, realisiert vom Medienkünstler Dávid Szauder, eine Schreib-Performance von Péter Esterházy zu Ehren von Géza Ottlik, eine Audio-Installation zum 100. Geburtstag von István Örkény sowie ein vor laufender Kamera geführtes Gespräch von János Can Togay mit dem Nobelpreisträger Imre Kertész über den gerade neuentdeckten Klassiker Endre Ady (SWR-Bestenliste 2012) und vieles mehr.


Nachrichten aus einer versunkenen Welt

Miklós Bánffys Roman „Die Schrift in Flammen“

Do, 15.03.2012, 14:00-15:00 | Leipzig liest - Forum International

Der langjährige NZZ-Redakteur und Übersetzer des Romans Andreas Oplatka im Gespräch mit János Can Togay, Direktor des .CHB.

Luxuriöse Bälle und große Jagden auf prächtigen Landschlössern, Affären in Budapester Palais, Duelle im Morgengrauen, Intrigen im Parlament: sie bilden den Hintergrund dieses Romans, der die untergehende Welt zu Beginn des 20. Jahrhunderts aus der Sicht der beiden jungen Grafen Bálint Abády und László Győrffy schildert. Das Buch erzählt vom Versagen der herrschenden Schichten und entwirft ein Gesellschaftsbild vom Ende der österreichisch-ungarischen Monarchie. Dieser erste Band der "Siebenbürger Geschichte“ wurde vor dem Zweiten Weltkrieg in Ungarn publiziert, kürzlich wiederentdeckt und erscheint jetzt erstmals auf Deutsch.


Junge Lyrik aus Ungarn – Lesung und Gespräch mit András Gerevich und Attila Végh

Do, 15.03.2012, 17:00-18:00 | Café Europa

András Gerevich, geb. 1976, veröffentlichte drei Lyrikbände, schreibt Theaterstücke und Drehbücher. Er übersetze u.a. Seamus Heaney und Philip. K. Dick ins Ungarische. András Gerevich ist zurzeit Stipendiat des Literarischen Coloquium Berlin mit freundlicher Unterstützung des Auswärtigen Amts.

Attila Végh, geb. 1962 ist Lyriker, Essayist, Literaturkritiker und Photograph. Er publiziert seit denn 1980er Jahren regelmäßig u.a. in Élet és Irodalom, Mozgó Világ, Magyar Napló, Demokrata, Ezredvég, Parnasszus, Bárka, Szépirodalmi Figyelő.


Fr, 16.03.2012, 15:00-16:00 | Leipzig liest Forum OstSüdOst

Von Gewalt – Lesung und Gespräch mit Blanca Busquets (Barcelona), Mojca Kumerdej (Ljubljana) und Edina Szvoren (Budapest)

Edina Szvoren gehört zu den vielversprechendsten Autoren der jüngeren Generation aus Ungarn. Ihr Debut erschien erst im Juni 2010, aber sie wurde bekannt und von den ungarischen Feuilletons regelrecht gefeiert, schon durch ihre in ungarischen Literaturzeitschriften veröffentlichten Novellen. Ihr Debut wurde gleich mit zwei angesehenen Literaturpreisen ausgezeichnet, 2010 mit dem Tibor Déry Preis, 2011 mit dem Sándor Bródy Preis. Szvoren schreibt sehr sensibel über die Armen, Traurigen, Diskriminierten unter uns, über die Peripherie unserer Gesellschaft. Ihre Prosa erinnert auf die Klassiker der russischen Literatur, aber sie geht über alle Grenzen: "bei ihr wird Solidarität fast bis zur Erotik hin gesteigert, sie bringt uns die Opfer in Körpernähe. Und sie übet das auf eine sehr originelle und außerordentlich schöne Art und Weise", schreibt der Literaturkritiker Pál Réz.

Geboren 1974. Szvoren hat 1993 Abitur im Gymnasium Béla Bartók in Budapest gemacht, hier lehrt sie Musiktheorie und Gesang. Sie studierte Chorleitung an der Hochschule für Musik Franz Liszt in Budapest. Sie schreibt und publiziert Prosa seit 2005.

In der Reihe „Kleine Sprachen – Große Literaturen“. Eine gemeinsame Veranstaltung der Botschaft der Republik Slowenien in Berlin, des Instituts Ramon Llull, des Instituto Cervantes und des .CHB


Abendschule – Fibel für Erwachsene - Zsófia Bán im Gespräch mit Péter Nádas

Moderation: Katharina Raabe

Sa, 17.03.2012, 12:00-13:00 | Forum International

Alle Texte der ungarischen Autorin eint die Lust, Tabuisiertes, auch Abwegiges zu erkunden, um fürs Leben zu lernen - ein eminent kluges, erzählsüchtiges Buch.

Ihr Schreiben kommt aus dem Schweigen. Aus der Präsenz der unerzählten Geschichten, die das Kind von Überlebenden des Holocaust umgab. Zsófia Bán, die sich mit Essays über W. G. Sebald, Imre Kertész und Susan Sontag einen Namen gemacht hat, wählt die Form des Schulbuchs, um ihren enzyklopädischen Lebensstoff Fach für Fach, von Geographie und Chemie bis Französisch durchzuarbeiten. In einer subtil ironischen, von Terézia Móra hinreißend vertonten Sprache erzählt sie vom Verschwinden eines Naturforschers im Dschungel von Laos, von der Reise des jungen Flaubert mit seinem Freund Maxime nach Ägypten oder von einem mitteleuropäisches Frauenleben, das vor Gewehrläufen an der Donau endete. Sie schmuggelt aber auch eine der großartigsten lesbischen Liebeszenen in ihre Abendschule hinein, die je geschrieben wurden. Alle Texte eint die Lust, Tabuisiertes, auch Abwegiges zu erkunden, um fürs Leben zu lernen - ein eminent kluges, erzählsüchtiges Buch. Aus dem Ungarischen von Terézia Mora Mit einem Nachwort von Péter Nádas und Illustrationen von Agnes Ejerpesi.

Eine Kooperationsveranstaltung mit dem Suhrkamp Verlag


Das wilde Leben - East Side Stories.

Lesung und Gespräch mit György Dragomán und Serhij Zhadan.

Moderation: Katharina Raabe

So, 18.03.2012, 12:00-13:00 | Forum International

Präsentation der gleichnamigen Anthologie mit Texten von Mircea Cartarescu, László Darvasi, György Dragomán, Marius Ivaskevicius, Wojciech Kuczok, Jáchym Topol, Swetlana Wassilenko und Serhij Zhadan.

Osteuropa - das ist der Wilde Westen nebenan. Rauher, härter, aufregender geht es dort zu, die Geschichten liegen auf der Straße. Mit unerschrockenem Blick und einer reichen, unabgenutzten Sprache spüren die Autoren der East Side Stories den Geheimnissen von Menschen und dem Rätsel ihrer Lebenswege nach.

http://www.suhrkamp.de/East-Side-Stories/Das-Wilde-Leben_843.html

Eine Kooperationsveranstaltung mit dem Suhrkamp Verlag

 
„Comics & Comments“ - Finnisch-ungarische Karikaturenausstellung

täglich 10:00-18:00 | COMICForum Halle 2

Internationale Künstler präsentieren in der Ausstellung „Comics & Comments“ prägnante Werke aus der Comic-Szene ihrer Länder. Die Werke wurden extra für die Leipziger Buchmesse angefertigt und stehen unter dem gemeinsamen Stichwort - Rassismus 2012. Veranstaltet wird die Ausstellung von der FILI-Finish Literature Exchange in Zusammenarbeit mit dem .CHB. Dazu wird am Stand (Halle 2, H 600) ein Workshop angeboten - Besucher können die Comics kommentieren. Die besten Werke werden während der Messe veröffentlicht.

Das „Comic Forum“ auf der Leipziger Buchmesse ist in den letzten Jahren zu einem der wichtigsten Ausstellungsforen und Besuchermagneten gewachsen. 2012 präsentieren FILI –Finnish Literature Exchange und das .CHB erstmals Karikaturen aus zwei Ländern mit den vielleicht exotischsten Sprachen Europas, künstlerische Reflexionen über gemeinsame europäische Probleme mit den grenzüberschreitenden Mitteln der Comickunst. Der Fokus der gemeinsamen Ausstellung von acht Künstlern aus Finnland und Ungarn liegt auf Rassismus und Diskriminierung in Europa.

 

Ungarn auf der Leipziger Buchmesse 2012 ist ein Projekt des Gragger-Instituts am Collegium Hungaricum Berlin (.CHB) und des Balassi Instituts zur Förderung der ungarischen Kultur in Kooperation mit dem Literaturmuseum Petőfi und dem Suhrkamp Verlag, mit frdl. Unterstützung der Ungarischen Nationalfonds (NKA)