Endre Kukorelly wurde am 26. April 1951 in Budapest geboren. Er studierte Ungarisch, Geschichte und Bibliothekwesen an der Budapester Universität ELTE und war danach als Redakteur bei zahlreichen Literaturzeitschriften tätig. Seit Mitte den 1980er Jahren publiziert er regelmäßig Lyrik und auch Prosa. Kennzeichnend für seine Werke ist der häufig autobiografische Bezug, das Leben im Mietshaus im VI. Bezirk von Budapest, das Fußballtraining, die Ferien im Wochenendhaus, der Wehrdienst, die Universität, die alltäglichen Erlebnisse eines Budapesters, Reisen ins Ausland, die Frauen und die Liebe.

Ähnlich seiner Thematik ist auch für seinen Stil die alltägliche Sprache kennzeichnend, die Spontaneität, die Schlichtheit, die Dichte und das Bruchstückhafte. Der Ton ist häufig ironisch, er spielt mit den Wörtern, den Sätzen, mit der Sprache. Der Leser erhält einen Eindruck vom Prozess des Schreibens selbst, wenn sich der Autor in seinem Gedankengang, bei seinen Assoziationen und Erinnerungen innerhalb des Textes selbst korrigiert. Er steht in einem direkten Dialog mit dem Leser.

Endre Kukorelly ist einer der bedeutendsten zeitgenössischen Autoren Ungarns, er wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u. a. 1993 mit dem Attila-József-Preis, 1995 mit dem Tibor-Déry-Preis und 2006 mit dem Ritterkreuz des Verdienstordens der Republik Ungarn.

U. a. sind folgende Werke von ihm in deutscher Sprache erschienen: Die Gedächtnisküste (übers. von Andrea Seidler, Literaturverlag Droschl, 1997), Die Rede und die Regel (übers. von Hans Skirecki, edition suhrkamp, 1999), Lieblyng (übers. von Edit Baranyai, György Buda, Zsuzsanna Gahse, Irene Rübberdt, Hans Skirecki, Edition Schloss Solitude, 1999)