Miklós Vajda: Mutterbild in amerikanischem Rahmen
Aus dem Ungarischen von Tímea Tankó

Braumüller | ISBN: 978-3-99200-046-3 | Hardcover mit Schutzumschlag 222 Seiten | € 21,90 / CHF 31,50 (empfohlener Verkaufspreis) Erschienen im Februar 2012

Originalausgabe: Anyakép, amerikai keretben. Magvetö Kiadó, Budapest 2009, ISBN: 9789631427257

Eine filmische Assoziation von Mandy Espenhayn zum Buch: www.youtube.com/watch

Aus der Sicht eines kleinen Jungen bis hin zu der des Familienvaters entfaltet sich in Vajdas berührendem Roman nicht nur eine von gegensätzlichen Gefühlen beladene Mutter-Sohn- Beziehung, sondern das wechselhafte Schicksal einer starken Frau des 20. Jahrhunderts.

In den Wirren der politischen Umbrüche Ungarns gerät sie ständig aufgrund ihres familialen Hintergrundes in Schwierigkeiten: Im Zweiten Weltkrieg wegen der jüdischen Wurzeln ihres Mannes; während der kommunistischen Diktatur sitzt sie wegen ihrer aristokratischen Herkunft sogar im Gefängnis. Nach der ungarischen Revolution 1956 emigriert sie nach Amerika, wo sie sich ein bescheidenes neues Leben aufbaut. Ihr einziger Sohn, der Schriftsteller und Ich-Erzähler, bleibt zurück. Wie sich mit Amerika in den 1960er- und 70er-Jahren – Inbegriff des Kapitalismus – und dem kommunistischen Ungarn zwei gegensätzliche politische Systeme mit Unverständnis, aber ebenso Faszination gegenüberstehen, so leben auch der ungarische Sohn und die „amerikanische“ Mutter in unterschiedlichen Welten und bleiben doch untrennbar miteinander verbunden. Miklós Vajda gelingt mit Mutterbild in amerikanischem Rahmen ein ausgewogenes, sprachlich präzises und weises Werk von seltener Reife.

"Eindrucksvolle Charakterzeichnungen und zugleich ein virtuos erzähltes Geschichtspanorama." (Kristina Pfoser, Ö1)

„Einen Roman, der einen schlagartig in die eigene Familiengeschichte katapultieren kann und zu den aufregendsten Büchern gehört, die in diesem Frühling erschienen sind.“ Cornelius Hell, Die Presse

"Vajda erzählt diese Geschichte, die von den politischen Ereignissen im Ungarn der Vorkriegs-, Kriegs- und Nachkriegszeit stark, ja entscheidend geprägt wurde, mit diskreter Offenheit, eleganter Klarheit, kindlicher Sehnsucht, jugendlicher Altersweisheit, und in einer (offenbar vorzüglich ins Deutsche übersetzen) Sprache, die durch Gefühlspräzision besticht und durch nüchtern-traurige, bisweilen durch sanften Humor aufgeheiterte Anschaulichkeit ergreift." David Axmann, Wiener Zeitung