Sándor Weöres:

Affenland

Affenland in weiter Ferne,
wo das Affenbrot gedeiht,
durch der Fenster Affengitter
singt der Wind zur Affenzeit.

Affenplätze, Affenwiesen,
Affen kämpfen legendär,
und im Affenkrankenhause
stöhnen kranke Affen schwer.

Affenlehrer lehren Mädchen
Affenschrift mit Affenhand,
und die bösen Affenschufte
treten an die Zellenwand.

Da entsteht die Affenmühle,
Affenmehl aus Affenkorn,
Affen siegen unbesiegbar,
Affengeist ist immer vorn.

Oben thront der Affenkönig,
redet über Glück und Not,
für die einen Affenhimmel,
für die andern Affentod.

Ob Schimpanse, ob Gorilla,
Orangutan, Pavian,
alle lesen Affenzeitung,
ist die Arbeit erst getan.

Von den Affenabendessen
Tönt es noch im Affenklo,
Affenlandser, sie marschieren
Links und rechts ins Irgendwo.

Fürchterliche Affenfratzen
schneiden Affen als Soldat,
Affenwaffen in den Händen,
alle Macht dem Affenstaat.

Aus dem Ungarischen von Wilhelm Droste