János Háy

Das märchenhafte Abendland

Ich wuchs auf, als die Tore des märchenhaften Abendlandes verschlossen waren und nur durch das Schlüsselloch ein wenig Licht durchschimmerte. Dort standen wir hungrig um das Schlüsselloch herum und warteten darauf, dass auch wir wenigstens ein bisschen von dem Glanz abbekämen. Wer näher stand, bekam natürlich mehr ab, manchmal sogar ein westliches Auto statt dem schäbigen sozialistischen, wer weiter weg war, gab sich mit einem Dosenbier oder Markenzigaretten zufrieden. Die wurden gehütet, in die Vitrine gestellt, den Kumpels gezeigt. Das waren keine Gegenstände, sondern Symbole, kleine Sinnbilder der Freiheit. Wir waren glücklich, wenn wir irgendwoher eine westliche Plastiktüte mit englischer Aufschrift bekamen, für ein Vermögen kauften wir eingeschmuggelte Jeans, in Toreinfahrten erstanden wir zu horrenden Preisen Schallplatten, auf denen nicht die Größten der Rockmusik sangen, sondern die Stimmen von flower, freedom und happiness. Wir waren jung und wollten aussehen, wie die Jugendlichen im Westen, wir wollten die gleiche Musik hören, uns für dieselben Gedanken begeistern. Auf den Bildern, die von uns in der ausländischen Presse erschienen, waren genau dieselben jungen Menschen zu sehen wie auf den Straßen von Paris, London oder New York, doch der aufmerksame Betrachter erkannte sogleich über die geschmuggelten Jeans hinaus die Armut und die Angst. Ein schlechtes Paar Schuhe, ein Hemd aus billigem Stoff ließ die Kleidung auffliegen. Auf den Gesichtern steckte kaum merklich, in einem winzigen Zug, dass hier jeder der Machtelite ausgeliefert war. Dass wir auf einem Konzert grölen können, dass wir auf Schulveranstaltungen randalieren können, dass wir lange Haare haben und Jeans tragen können, auch das ist Folge ihres Wohlwollens. Wenn sie gerade schlechte Laune hat, findet sie einen Grund, dir das Leben unmöglich zu machen, dich der Schule zu verweisen, der Hauptstadt, des Arbeitsplatzes, dir den Reisepass zu entziehen. (…)

Der Westen schien eine freie, auf Kooperation basierende Gemeinschaft, wo die Menschen erhobenen Hauptes und nicht auf ihre Schuhspitzen starrend auf den Straßen trotteten wie ihre östlichen Nachbarn. Hier ist es nicht nur erlaubt, das Gras zu betreten, sagte ich dem, der mich begleitete, sondern geradewegs Pflicht. Das Gras betreten lohnt sich, ganz zu schweigen davon, dass man Gras auch rauchen kann. In Paris ging ich in einen Laden, mit einem dortigen Freund, der früher ein hiesiger Freund war, das versklavte Land jedoch hinter sich gelassen hatte und ein freier Mensch wurde. Mit seiner Jacke schmiss er eine Flasche Wein vom Regal. Ich erschrak. Was jetzt, fragte ich. Nichts, sagte er, das kommt vor, und ging weiter.

Wir waren auf dem Heimweg. Merkst du das, sage ich, als wir die Grenze überquert haben, war es, als hätte man die Luft im Abteil ausgetauscht. Das Alte kam zurück, das wir während eines Monats fast vergessen hatten, der schwere ölige Zuggeruch. Zusammen mit der heimischen Luft traf gewissermaßen als Mehrwert der heimische Grenzbeamte ein. Er lächelte nicht, tat nicht jovial, na, habt ihr euch wohlgefühlt, aber sicher konntet ihr es kaum mehr erwarten, endlich nach Hause zu kommen. Ohne ein Wort fiel er über unsere Sachen her und pflückte sie auseinander, er suchte sichtlich nach etwas. Wo ist es, stand in seinem Gesicht geschrieben, dann, sagte er es auch, wo ist es. Was, fragten wir, und er nahm die Zeltplane, den Schlafsack, die schmutzige Unterwäsche auseinander, aber die vom jämmerlichen Schicksal unserer Heimat handelnden, in Paris gekauften Bücher fand er nicht, denn die hatten wir bei einem Wiener Bekannten abgeladen, sie hatten nicht in den Rucksack gepasst. Die Behörden waren derart aufmerksam, dass sie wussten, wer in jenem kleinen ungarischsprachigen Buchladen einkaufte und erwarteten ihn schon zu Hause, um die Bücher zu beschlagnahmen, damit sie die ungarische Bevölkerung nicht vergifteten, und um die Zulieferer der Universität, des Arbeitsplatzes zu verweisen, sie abzusondern wie ansteckende Kranke. Aber sie waren nicht da, fluchend knallte er den Reisepass auf den Sitz. Wir waren zurück.

Unsere Heimat, sagte ich später zu meinen Kumpels, wird ihre eigenen Grenzen in Richtung Hegyeshalom nie überschreiten, denn so wird sie nie werden, so werden wir nie sein können. Wir müssten über unseren eigenen Schatten springen oder uns an den eigenen Haaren von irgendwo herausziehen, was eine physische Unmöglichkeit ist, denn unsere Heimat ist nicht das Reich des Barons von Münchhausen. Und dann ganz mir nichts, dir nichts, niemand hatte damit gerechnet, selbst die bestinformierten Kader nicht, selbst unsere Lehrerin nicht, die die Grundlagen unserer Weltanschauung unterrichtete, dabei wusste sie wirklich alles, trieb unser kleines Land urplötzlich in die Welt der Demokratie hinüber, um in dem durch freie Wahlen geschaffenen Rahmen erneut das Privateigentum einzuführen und die darauf basierende kapitalistische Wirtschaft. Es gibt keine andere Möglichkeit, entweder das, sagten sie, oder das, was war, aber, was war, das ist nun einmal zusammengebrochen. (…)

Ein Kind war es noch, das plötzlich seine äußere Ordnungskraft verloren hatte, die oftmals nervenaufreibende und doch Vertrautheit bedeutende Mahnung, dass dies verboten sei und jenes verboten sei, und vergiss nicht, einen Pullover anzuziehen, es ist schon kalt. Wie hätten wir auch von ihm erwarten können, zu einem konsensfähigen und kooperativen Denken überzugehen, zu einem persönlichen Verantwortungsbewusstsein, statt der staatlichen Sorge zur Selbstsorge, das Ganze ging so schnell wie die Umstellung auf Winterzeit, gestern noch so, heute schon so. Zudem ließ das hereinströmende Licht die Goldtaler aufleuchten, und die Kinderschar begann zu drängeln, wer wie viel von dem staatlichen und genossenschaftlichen Eigentum erhaschen könnte. Und wie im Kindergarten, gehörte das Spielzeug schließlich den Stärkeren, auch im Vermögensammeln waren die Hemmungslosen, die Ehrgeizigen, diejenigen, die die Gesetze ausspielten, die Trickser an der Spitze und natürlich die, die sich bereits zuvor aufgrund ihrer politischen Position bei der Kindergärtnerin eingeschleimt hatten. Zu den nicht zur Verantwortung gezogenen Verantwortlichen des vorherigen Systems sowie der Schar der sich noch immer im Geheimen duckenden Spitzel rückten die Findigen auf, die sich das staatliche Vermögen durch Korruption beschafften, oder eben die Truppe der Wirtschaftskriminellen, die, um den Verdacht zu zerstreuen, Schutz suchten und im Tausch gegen einen gewissen Bakschisch diesen im Schatten der großen Parteien auch fanden. Während die Kleinen und Großen des örtlichen Kindergartens geschickt manövrierten, rollte durch die offenen Tore vom Abendland her das ausländische Kapital herein. Mal eroberten sie das Gebiet mit tatsächlicher Investitionsabsicht, für billige Arbeitskräfte, Steuerbegünstigungen, mal kauften sie nur den Markt und ließen die für Pfennige erstandenen Lebensmittelbetriebe, Zuckerraffinerien, Ziegeleien und vor allem die Industrie in der Provinz vollkommen zugrunde gehen, und natürlich gelangten die Flaggschiffe der alten Fabrikindustrie an den Rand des Ruins, ganze Städte wie beispielsweise Ózd oder Miskolc. Traurige Menschen trotteten am letzten Tag aus der zugrunde gegangenen oder zugrunde gerichteten Fabrik nach Hause, sie glaubten, sich bei irgendwem beschweren zu können, doch es gab niemanden, bei dem sie es hätten tun können, denn jeder war mit seinem eigenen Schicksal beschäftigt, und die Institutionen des sorgenden Staates waren bereits vor dem Ruin der Fabrik zusammengebrochen. In den Betrieben der Wende wurden im ersten Schritt nicht Waren, sondern Trickser und in zunehmend größerer Zahl Verlierer produziert. (…)

Ich fahre in mein Heimatdorf, sehe die Saaten, dort, wo früher Obstgärten waren, Kirschen, Äpfel, Himbeeren und Erdbeerpflanzungen, wo die Traumpflanzungen meines Vaters, der der Leiter der örtlichen Genossenschaft war, blühten, sind jetzt Raps und Sonnenblumen Hektar über Hektar, oder Weizen, wenn die Fläche nicht gerade brachliegt. Primitive Industriepflanzen, man braucht für sie nur eine Saatmaschine und einen Mähdrescher und einen Traktorfahrer. Die Produktionstechnologie hat einen Schlussstrich unter den Fruchtwechsel gezogen. Wir säen und ernten, immer dasselbe. Arbeitskultur und Alltagskultur sind Geschwister, gleichen sich wie ein Ei dem anderen, sind so gut wie Zwillinge. So wie die eine ist, genauso ist die andere, so wie die Qualität der Arbeit ist, genauso ist die Qualität der menschlichen Beziehungen, auf genau derselben Ebene funktioniert die Gemeinschaft. Die Industriepflanzen benötigen weder Arbeitskultur noch Arbeiter, infolgedessen verarmte auch die Alltagskultur in den Dörfern immer mehr, von einer Gemeinschaft kann man schon lange nicht mehr sprechen. Es gibt keine gemeinsamen Arbeiten, wie sie die Verwandten, die Nachbarn einst zusammenbrachten, das System bürgerlicher Beziehungen aber hat sich noch nicht entwickelt. Den Verfall beschleunigt der sich auf alles erstreckende Geldmangel. Ich schaue mir die Fronleichnamsprozession an, meine Verwandten sind da, meine einstigen Bekannten, Klassenkameraden, Mitschüler. Heute wollten sie sich schön anziehen, billige chinesische Waren oben und unten, die Gesichter gezeichnet, schon seit Jahren treten sie in dieser lähmenden Aussichtslosigkeit auf der Stelle. Und es gibt keinen Ausweg. Sie sehen, dass auch ihre Kinder hier stecken bleiben, dass sich nie etwas ändern wird, denn alles hat sich von ihnen abgewandt, das Glück, die von ihnen gewählten Führer und gewissermaßen vielleicht auch Gott.

Wo ist, frage ich einen alten Freund und nenne einen Namen, ja weißt du das denn nicht, sagt er, der ist letzten Monat gestorben wie auch die anderen gestorben sind, und er zählt all diejenigen auf, die mir dem Alter nach nahe standen, die in den Vierzigern nach einigen Jahren des Kampfes, den sie mit einer verhängnisvollen Krankheit austrugen, auf dem Friedhof gelandet sind. Diese dörfliche Bevölkerung lebt nur auf dem Papier in Europa. Während die in den Elitebezirken von Budapest Lebenden das Lebensniveau der europäischen Oberschicht haben, ihre durchschnittliche Lebenserwartung mit den höchstentwickelten westlichen Schicksalsgenossen auf gleicher Ebene steht, lebt die dörfliche Bevölkerung im Hinblick auf Lebensniveau und Lebenschancen, Bildung und Gesundheitswesen in der Dritten Welt. Ihre Schicksalsgenossen sind nicht im märchenhaften Abendland zu finden, sondern im überhaupt nicht märchenhaften Morgenland, in der Ukraine, in Weißrussland und noch weiter weg in den Reichen Asiens.

Diese Verlierer nehmen ebenfalls an dem demokratischen Spiel teil, damit Parteien und Direktabgeordnete ins Parlament gelangen. Alle vier Jahre fallen auch sie der politischen Elite, die im Interesse der Macht alles bereit ist zu tun, für einen knappen Monat ein. Dann aber vergisst sie diese Elite, wie der Betrunkene den vorangegangenen Abend, für erneute vier Jahre. Sie labern von der politischen Gespaltenheit der ungarischen Gesellschaft, weil es in ihrem Interesse steht, die ideologische Spannung aufrechtzuerhalten sowie der Mittelmäßigkeit Chancen zu bieten, im Tausch für Parteitreue an Positionen zu gelangen, bei denen was herausspringt, obgleich jeder verantwortungsvoll Denkende schon seit den ersten Jahren nach der Wende von einem wirtschaftlichen Abgrund hätte sprechen müssen. Es gibt tatsächlich zwei Ungarn: die verelendete, verarmte, von den Wohlhabenden verachtete asiatische Horde und die in den Grüngürtel-Reservaten lebende überhebliche Elite, zwischen diesen beiden Gruppen aber die immer weiter abnehmende Mittelschicht, die jedoch nicht als Brücke dient, denn eine Brücke gibt es nicht. Einen riesigen Graben gibt es, an dessen Rand zu gehen gefährlich ist, hinüberzugelangen aber ein Herakleswunder. Aus den unteren Schichten der ungarischen Gesellschaft nach oben zu gelangen ist fast unmöglich. (…)

Die größten Verlierer sind die Roma. Sie leben meist in den ärmsten Regionen, wo es kaum Bedarf an gelernten Arbeitskräften gibt, geschweige denn an ungelernten. Die hemmungslosen politischen Kräfte ziehen sie wie eine Karte aus dem Ärmel, mal als nationale Gefahr, mal als die Opfer des Rassismus der Mehrheitsgesellschaft. Für jede der Herangehensweisen findet sich ein Partner unter den korrupten Anführern der Roma, aber keine der Regierungen hat die minuziöse Arbeit auf sich genommen, damit diese Schicht schön allmählich anhand von differenziertem Unterricht, von Lebensmodellen, die für Menschen aus tiefer Armut ausgearbeitet werden, aus der Truppe der Chancenlosen herausgelangen könnte. Ich marschiere dort zwischen den Roma in Miskolc. Sie haben sich gegen den Rassismus versammelt, doch die Menschenmenge demonstriert, indem sie die alte revolutionäre Parole „Arbeit, Brot“ ruft. Natürlich gibt ihnen niemand Arbeit. Mit der Arbeit sieht es so aus, dass weit und breit keine in Sicht ist. Und Brot nur in Form von Almosen, gerade so viel, damit sie hungern, aber nicht des Hungers sterben. Gedemütigte, zu öffentlichen Arbeiten Zwangsverpflichtete, sich seit mehreren Generationen ohne Arbeit durchschlagende Familien, vor die sich keiner der Entscheidungsträger hinstellt und sagt, meine Brüder und Schwestern, es gibt eine Lösung. (…)

Das Goldene Tor steht sperrangelweit offen, wenn es dir nicht gefällt, kannst du ja ins Ausland abhauen. Universitäten, Stipendien, Gastarbeit. Die flexibelste Schicht des Landes ergreift die Flucht. Innerhalb der Grenzen werden die Begabten weniger, obgleich wir ein kleines Land sind, wo trotz unseres irrsinnigen Selbstbildes nicht einmal zufällig zwei Genies auf eine Person kommen, doch nicht einmal auf zwei Personen eins. Ich habe mein Heimatdorf gesehen, nachdem die Führer des Dorfes ihre Kinder in die Stadt vertrieben hatten, ihr Glück zu versuchen. Jenes Dorf stank, wie viele andere ungarische Ortschaften, nicht vom Kopf her, sondern von der Kopflosigkeit. Doch auf die negativen Folgen der Auswanderung brauchen wir keine Jahre zu warten. Aufgrund des Wegzugs der Ärzte steht das Hausarzt-System am Rande des Zusammenbruchs. Kleinere Ortschaften besucht nur hier und da einmal ein völlig abgekämpfter Hausarzt. Ist doch egal, das sind sowieso nur zweitrangige Staatsbürger, die B-Liste unserer Zeit, sollen sie sich freuen, dass sie wenigstens so viel bekommen, zwinkern sich die jeweilige Macht und die wohlhabende Elite zu, die sich die gesundheitliche Versorgung selbstverständlich spielend auf höchstem Niveau kaufen, so wie alles andere auch, denn ihnen steht alles zu. Wer was hat, dem ist mehr vergönnt, wer nichts hat, dem nimmt man auch das Wenige, das sind die Worte des neuen Evangeliums.

Die Tore des märchenhaften Abendlandes haben sich geöffnet, und für einen Augenblick glaubten wir, in das Licht hinübergetreten zu sein, doch rasch stellte sich heraus, dass wir, obgleich wir gerne alles hätten, was die westliche Bevölkerung hat, nichts dafür zu tun in der Lage waren. Wir glaubten, es käme umsonst oder geschenkt, denn es stünde uns zu. Wir alle wollen so leben wie die Deutschen, aber wir können nicht so funktionieren wie Deutschland. Nicht das moderne und zeitgemäße Denken hat die Grenzen überschritten, sondern die gauklerischen Farben des westlichen Marktes, die Reklame, die grellen Privatsender, was in dieser Verwahrlosung wirkt wie die einstigen Plastiktüten, die wir so stolz mit uns herumtrugen. Wir wollten Freiheit, eine freie und offene Welt, flohen jedoch in die Fesseln der Ideologien, in den Einschluss des Karpatenbeckens, und selbst wenn wir damit auch abrechnen könnten, die wirtschaftlichen Zwänge halten uns noch immer gefangen. Die Grenze Europas liegt nicht an den Rändern der Europäischen Union, die Grenze Europas ist auch jetzt dort, wo sie seit Jahrhunderten ist. Und wir sind mit einigen Schicksalsgenossen gemeinsam diesseits der Grenze. Es gibt keine Grenzkontrolle, wir können gerne gehen, aber garantiert geht uns beim ersten Einkauf unser gesamtes Geld aus, wenn wir überhaupt bis an die Grenze gelangen. Für die Mehrheit bedeutet diese Freiheit nichts, ihre Tage handeln vom aktuellen Mittagessen und Abendbrot, von der Heizung und der Stromrechnung. Und wenn sie nach oben schauen, weil ihr Hals schon davon schmerzt, dass sie ewig auf die Schuhspitzen starren, dann sehen sie nicht das Tor zum märchenhaften Westen, sondern die Paläste die Herrschenden, die mit monströsen Sicherheitsvorrichtungen versehenen Eisentore und Zäune, durch die man weder hinein- noch hinausschauen kann, die kein Schlüsselloch haben, durch elektronische Systeme geöffnet werden und durch die kein Licht schimmert, die sich keinen spaltweit öffnen, und wenn doch, dann schmeißen die Securityleute den Eindringling sofort hinaus, weil er das Bild der Beobachtungskameras stört.

Aus dem Ungarischen von Eva Zador

 

Inhalt:
Seit einigen Jahren sind an die Stelle der Zeichen eines europäischen Aufbruchs andere Meldungen aus Ungarn getreten: Sie künden von antieuropäischen Affekten und von einer allmählichen Abschaffung demokratischer Freiheiten. Was bedeutet das für Europa, was für Ungarn, was für die Kulturschaffenden in Ungarn und Europa?

Mit Beiträgen u. a. von Aris Fioretos, László F. Földényi, Zsuzsanna Gahse, Karl-Markus Gauß, György Konrád, Michael Krüger, Endre Kukorelly, László Márton, Robert Menasse, Gábor Németh, Ilma Rakusa, Ingo Schulze, Richard Swartz, Ákos Szilágyi, Christina Viragh

www.wallstein-verlag.de/9783835312043-ungarn-und-europa.html