Lajos Parti Nagy

 

Ein Kaffee, verlängert

 

Heute ist Herbst und Sonntag,

Herbst riecht und ich rauche,

in der Glasierung auf dem Tisch

steigt Nebeldampf zum Himmel,

ich sitze im Gusseisernen Lehnstuhl

auf dem verzierten Balkonkon

rühre meinen Kaffee

bis schliesslich im trägen Spiegel

das himmlische Abbild meiner Laune

sich sandfarben auflöst

wie kondensierter Ochsenschleim.

Dabei ist es schön hier, der Herbsttag,

wie er sie einzäunt,

der Eigentümer sein Eigentum,

den Park und den Garten,

um dann zu planieren, zu graben,

ein Haus baut für den Winter

aus diesem Grün und Rot,

in dem du so fehlst,

denn nur dir, wenn überhaupt einmal,

wenn einmal noch, dann nur dir,

ein Haus, eine Allee,

eine Sonnenuhr mit träger Nadel,

in die der lange Schatten

sich glücklich einfädelt

und in die Tasche meines zerrissenen

Jacketts den heissen Herbstmond

näht und verstrickt für die Nacht.

 

Aus dem Ungarischen von Wilhelm Droste