Zsófia Bán,

geboren 1957 in Rio de Janeiro, aufgewachsen in Brasilien und Ungarn, ist als Literaturwissenschaftlerin vor allem durch ihre Essays bekannt. Sie studierte Anglistik und Romanistik in Budapest und beschäftigt sich als Dozentin für Amerikanistik an der Budapester Universität ELTE u.a. mit moderner amerikanischer Literatur, visueller Kultur, zeitgenössischer Literaturtheorie und den Beziehungen zwischen Gender und literarischen Texten. Abendschule ist nach mehreren Essaybänden und einer Erzählung in der Anthologie ungarischer Schriftstellerinnen Éjszakai állatkert [Der nächtliche Tiergarten] ihre erste eigenständige Prosaveröffentlichung. 2008 erhielt sie den József-Attila-Preis.

Auszug aus: Esti iskola. Olvasókönyv felnotteknek [Abendschule. Ein Lesebuch für Erwachsene].

 

Éva Berniczky

wurde 1962 in Berehove (Ukraine) geboren. Die diplomierte Pädagogin lebt heute in Uschhorod, im Dreiländereck aus der Ukraine, Ungarn und der Slowakei. Sie publiziert seit Anfang der Neunziger Jahre, in erster Linie Kurzprosa. Zahlreiche ihrer Novellen wurden ins Englische, Deutsche und Schwedische übersetzt. Für ihr literarisches Werk wurde sie mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Tibor-Déry-Preis, dem Sándor-Márai-Preis und dem Artisjus-Literatur-Preis. 2007 erschien ihr erster Roman Méhe nélkül a bába [Hebamme ohne Gebärmutter].

Orosz Biliárd [Russisch Billiard]. Erschienen in: Élet és Irodalom 14 (2004).

Galambtej, galambvér [Taubenmilch, Taubenblut]. Erschienen in: Élet és rodalom
6 (2004).

Kriszta Bódis,

geboren 1967, hat Psychologie und Ästhetik studiert und ist Schriftstellerin, Dokumentarfilmerin und Psychologin. Sie veröffentlichte zahlreiche Gedichte und Kurzgeschichten und zwei Romane: Kemény vaj [Harte Butter] und Artista [Hoch, hinaus], Hoch, hinaus wird ins Deutsche übersetzt und erscheint 2009 beim Verlag Voland & Quist. Die Protagonisten ihrer Werke sind oft sozial Benachteiligte, die sie ohne zu werten zu Wort kommen lässt.

Jó volt [Es war gut]. Erschienen in: Éjszakai állatkert [Nachtzoo]. Jonathan Miller Kiadó – Artizánok, Budapest 2005.

Virág Erdös,

geboren 1968, hat ungarische Sprache und Literatur studiert und lebt als Schriftstellerin in Budapest. Sie hat Gedichte und Kurzprosa veröffentlicht, u. a. Lenni jó [Sein ist gut] und Eurüdiké [Eurydike]. Übersetzung ins Deutsche: Innenhöfe (199 3). Ihre Texte fordern vom Leser Aufmerksamkeit, belohnen ihn aber dann mit überraschenden Einsichten in alltägliche Situationen. 

És ö? [Und das]. Aus: Eurüdiké [Eurydike]. Magvetó Kiadó, Budapest 2008.

Margit Halász,

geboren 1964 in Vámospércs, arbeitet als Grundschullehrerin für ungarische Sprache und Literatur in Budapest. Sie publiziert regelmäßig in literarischen Zeitschriften, ihre Kurzgeschichten erscheinen in Anthologien. Bislang liegen sechs Bände von ihr vor. Gyöngyhomok [Perlensand, in Vorbereitung] ist ihr zweiter Roman. In ihren Texten, die eine dörfliche Welt in der ungarischen Tiefebene beschreiben, vermischen sich archaische Muster mit Ereignissen der Gegenwart, mythische Elemente mit der Märchenwelt. Damit wird das herkömmliche Argument, im 21. Jahrhundert könne man nicht zeitgemäß über das Landleben schreiben, von der Prosa Margit Halász‘ auf höchst amüsante Weise widerlegt. 

Auszug aus:

Gyöngyhomok [Perlensand]; in Vorbereitung.
Vorabgedruckt in: Élet és irodalom 12-19 (2008).

Judit Ágnes Kiss,

geboren 1973 in Budapest, wo sie auch heute lebt. Die Schriftstellerin und Musikerin (Oboistin) hat nach ihren Abschlüssen als Lehrerin für ungarische Literatur und als Dramapädagogin an verschiedenen Bildungseinrichtungen unterrichtet. Lange schrieb sie nur für die Schublade, bevor sie 2004 mit einer Gedichtauswahl an die Öffentlichkeit trat. Ihr erster Lyrikband Irgalmasvérno [Barmherzige Werfrau] erschien 2006. Dieses Buch kostete sie ihre Stelle an einem katholischen Gymnasium – und brachte ihr den Artisjus-Literatur-Preis ein. Viele weitere Veröffentlichungen (Lyrik, Kurzprosa, ein Roman, Rezensionen, Kritiken, Literaturübersetzungen) und Preise 

sollten folgen.

Auszug aus:

A keresztanya – Szomor Veron történetei [Die Patin. Die Geschichten der Veron Szomor]. Magyar Napló Kiadó 2008.

eleinte [anfangs]. Erschienen in der Literaturzeitschrift Árgus (2005).

Egyirányú [Einbahn]. Erschienen in der Tageszeitung Népszabadság (2008).

Noémi Kiss,

geboren 1974, hat Hungarologie, Komparatistik und Soziologie studiert und lehrt an der Universität Miskolc Vergleichende Literaturwissenschaft. Sie hat Erzählungen, Kritiken und Essays auf Deutsch und Ungarisch veröffentlicht. 2009 erschien bei Matthes & Seitz ihre Kurzgeschichtensammlung Was geschah, während wir schliefen. N. Kiss nimmt den Leser mit auf die Reise, an Grenzen: zwischen Ost und West, zwischen Sehen und Blindheit, zwischen Schlaf und

Wachen, zwischen dem Ich und dem Anderen. 

Rövidlátásom története [Geschichte meiner Kurzsichtigkeit]. Erschienen in: Szomjas oázis [Durstige Oase]. Jaffa Kiadó, Budapest 2007.

Katalin Ladik,

geboren 1942, hat eine Ausbildung zur Schauspielerin gemacht. Sie lebt in Budapest, schreibt Lyrik und Prosa und ist als Redakteurin tätig. Sie hat seit 1962 zahlreiche Bände veröffentlicht, vor allem mit Gedichten. Ladik nutzt alle Möglichkeiten der Sprache aus, sie verfasst auch Ton- und virtuelle Gedichte.

Auszug aus:

A négydimenziós ablak. [Das vierdimensionale Fenster]. Mikes International, Den Haag 2004.

Ildikó Lovas,

geboren 1967, hat Ungarische Sprache und Literatur studiert und lebt in Novi Sad. Sie hat in Zeitschriften und Anthologien Kurzgeschichten veröffentlicht, ihre letzten beiden Bände sind Kijárat az Adriára – James Bond Bácskában [Zugang zur Adria – James Bond in der Batschka] und Spanyol mennyasszony [Spanische Braut]. Zugang zur Adria ist 2008 auf Deutsch erschienen. Thema ihrer Texte ist oft die Suche nach der Identität: als Ungarin in Serbien, als Frau, als Mutter,

als Tochter.

Bicajtörténetek [Radgeschichten]. Erschienen in: Mühely 5–6 (2007).

Laura Spiegelmann:

Geburtsjahr, Geburtsort, lebt in … – im Falle von Laura Spiegelmann darf geraten werden. Im Jahr 2007 wurden unter diesem Namen Texte in einem Internet-Blog veröffentlicht, die schnell eine lebhafte Diskussion auslösten. Bald entschloss sich der Magveto-Verlag, sie herauszugeben. Der 2008 erschienene

Band Édeskevés [Herzlich wenig] schaffte es auf die Bestsellerlisten. Aber noch immer gibt es keine Antwort auf die Frage: Wer ist Laura Spiegelmann?

Auszug aus:

Édeskevés [Herzlich wenig]. Magveto Kiadó, 2008.

Anna Szabó T.,

geboren 197 2 in Kolozsvár (Cluj, Rumänien), lebt seit 1987 in Ungarn und hat Anglistik und Hungarologie in Budapest studiert. Ihr erster Gedichtband erschien 1995 , dem weitere vier folgten. Als freischaffende Autorin publiziert sie in mehreren Zeitschriften Lyrik, Essays und Kurzprosa, ferner ist sie Übersetzerin u.a. von Joyce, Plath, Yeats, Updike und Parker. 2002 erhielt sie den Attila József-Literaturpreis.

Porcelán [Porzellan]. Erschienen in: Mozgó Világ, 10 (2007). Elhagy [Verlässt mich] Aus: Elhagy. Magveto, Budapest 2006.